DIE Motorrad Rundfahrt ganz im Norden von Vietnam liegt vor uns: Blaue, gelbe und rote Route, diese aber nur in den Süden, danach trennen sich unsere Wege wieder.
In Ha Giang hat es zig Hostels mit Mietmotorrädern, Motorrädern mit Fahrern zum Mitfahren... und westliche Restaurants mit Pizza und co. Am Morgen ziehen sie in Gruppen los. Wir sind als Individualreisende in Minderheit.
Bevor wir starten können, müssen wir auf dem Immigrationsbüro die Bewilligung einholen fürs Befahren der 4 Nordregionen (?!). Das klappt zwar reibungslos bringt aber eigentlich keinen Sinn. Henu! Pro Person lassen wir ca. 10 CHF liegen. Aber nett waren alle vor Ort! Schönes, wichtiges Papier!
So ziehen wir los dem Fluss entlang.
Es geht nicht lange, da werden wir, das erste Mal seit einer Woche, von der Polizei angehalten. Ich weiss genau, dass in meinem internationalen Fahrausweis das A1 für Motorräder bis 125 ccm fehlt, im CH Ausweis darf ich immerhin 45 kmh Roller fahren. Der Polizist zeigt darauf, ich erkläre meinen nationalen Ausweis und er lässt mich durch. Aufatmen.
Aber nur für kurze Zeit. Im nächsten Dörfchen angekommen wieder eine Polizeikontrolle. Diese lassen mich nicht so schnell passieren. Mit dem Handy und google Übersetzer werde ich erst ausgiebig belehrt, danach lange sitzen gelassen. In Zwischenzeit bezahlt ein Litauer 5 Mio (ca 200 CHF) Busse für das gleiche Problem, nur dass er eine starke Maschine fuhr. Weitere zwei Fahrer kommen auch und bezahlen. Endlich hat der wichtigste Mann Zeit für mich und belehrt mich noch einmal ausschweifend (Roller eine Woche konfiszieren, mit Auto weiterfahren...) ich gebe mich unterwürfig und reuig. 2 Mio will er schlussendlich von uns. Ich klaube mal 1 Mio hervor, zeige ihm mein Portemonnaie mit den kleinen 1000 und 2000 Noten, die ihn ja eh nicht interessieren und sage, ich hätte nicht mehr. M. geht danach zu seinem Gepäck und bringt weitere 500 000. Der Polizist meint, er nähme auch ausländisches Geld, haben wir nicht dabei. Auf den ATM in 10 km gehen wir nicht ein. Schlussendlich lässt er uns gehen. M. will aber unbedingt eine Quittung damit wir nicht nochmal bezahlen müssen. Auf einem Werbeflyer der Polizei erhalte ich handschriftlich die Nummer meines Rollers und eine weitere Nummer. M. intervenierte noch mehr, da gibt ihm der Oberst das Geld zurück und der Handlanger will meinen Roller konfiszieren. Nachdem ich ihm das Geld heimlich zustecke, lässt er davon ab und lässt mich fahren....
Landschaftlich steht eine wunderschöne Route (Unesco Geopark) vor uns.
Passstrassen, Reisterassen, Karstgebirge, Dörfchen, Landleben und endlich eine Sonne, die sich zwischendurch durchsetzen kann. Es wird fast ein wenig warm!
Unser Hostel kurz vor Yen Minh liegt idyllisch am Berghang mit Sicht auf die Reisterrassen der anderen Talseite.
Ja, richtig, im Vordergrund sind Nadelbäume unseren Rottannen ähnlich. Hier treffen Nadelbäume auf Bananenstauden und Reisterrassen. Das wär doch noch ein Tannenbäumchen!
Diese Nacht wird richtig kalt, denn unser Zimmer hat keine Fenster! Lediglich selbst gezimmerte Holzläden und einen Vorhang mit Spalten. Natürlich fehlt auch eine heizende Klimaanlage.
Zum Glück hat es zwei dicke Decken auf dem Bett, welche wohl nicht nach jedem Gast gewaschen werden... So verbringen wir die Zeit unter der wärmenden Bettdecke bis es Abendessen gibt. Dieses wird für die Gäste am gemeinsamen Tisch serviert. Die Gastgeberin spendiert ein Schnäpschen und einen Trinkspruch.
Auch hier sind wir im Freien mit einem Dach über dem Kopf, alle erscheinen in warmer Vollmontur. Wir geniessen ein breites Angebot sehr feiner Speisen und spannende Gespräche mit den mehrheitlich jungen Reisenden. Diese verschieben nach dem Essen mit Bier ums offene Feuer, wir verabschieden uns unter die warme Bettdecke. Schätze, dass die Temperatur unterdessen unter 10° gesunken ist. Im Zimmer ist's nicht viel darüber.


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