Donnerstag, 23. April 2026

Abschied und Wiedersehen

Die Zeit in Puerto Princesa ist nur so verflogen. Schon muss ich auch hier von der netten Gastgeberin Abschied nehmen. Wir haben uns sehr gut verstanden und wenn jemand mal hier her reist, kann ich sie und ihre Unterkunft vorbehaltlos empfehlen!


Blütenpracht im Garten



Der Ehemann macht das Auto bereit, um mich zum Flughafen zu fahren.


Klein-Büsi interessiert mein Gepäckstück.



10 min zum Flughafen und danach verabschiede ich mich. Einchecken und den neuen Airbus 330 neo besteigen - weiter geht's nach Manila!





Beim Ausgang ein bekanntes Gesicht! M. holt mich ab - 💓


Kleiner Stopover bevor wir uns auf den Langstreckenflug nach Hause begeben. Ich mache eine kleine Shoppingtour. Ich will all den Leuten, die mich auf irgendeine Weise unterstützt haben für mein Projekt ein kleines Merci mitbringen:
Meiner Schwester für mehrere Paar luftige lange Hosen - Dresscode in der Schule
Kollegin fürs Kopieren, Laminieren, Farbschachteln
Kollegin für Spiele für Lernende in einer Zweitsprache
Kollege für einen Fussball mit Pumpe
Schwägerin, die einmal mehr zu Haus, Pflanzen und Post guckt.

Maraming maraming salamat po - vielen herzlichen Dank!

Noch ein paar Bilder von meiner Shoppingtour.








Tschüss, bis zum nächsten Mal!



Dienstag, 21. April 2026

Heute gehe ich ins Gefängnis

...freiwillig!
50 km wieder in Richtung Süden befindet sich Iwahig Prison and Penal Farm. 


Mulmig ist es mir schon im Moment, wo ich durch das bewachte Tor durchfahre und mich beim Wachpersonal registriere. Es heisst, man müsse den Personalausweis abgeben. Als ich den Pass zücke, meint er, ob ich kein anderes Dokument habe, der Pass sei heikel, wenn der kaputt gehe, könne ich nicht mehr ausreisen - der Fahrausweis geht auch, ist mir auch lieber!
Instruktion: Keine Sträflinge fotografieren, keinen Helm tragen wegen der Videoüberwachung (noch so gerne bei diese Hitze) und "do not enter" befolgen. Und schon bin ich drin, frei zwar und gleichwohl eingesperrt. Das Areal erstreckt sich auf über 24 000 Hektaren und rund 4000 Gefangene sind hier untergebracht. Diejenigen mit oranger Kleidung sind die "schlimmsten" (Mord und Totschlag), die bekomme ich nicht zu Gesicht, sie sind auch den ganzen Tag eingesperrt. Die blau Gekleideten habe ein mittleres Strafmass, die müssen in der Nacht wieder in die Zelle. Die braunen, von denen treffe ich viele an, sind wegen kleiner Delikte hier. 
Die Idee, die dahinter steckt ist die Resozialisierung statt der Bestrafung. Die Sträflinge werden in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Kunsthandwerk, Bau...eigentlich alles, was es in einem Dorf braucht ausgebildet und können sich dadurch ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie haben ihre eigenen Häuser mit Familie, eine Schule ist vorhanden und Touristen können das Kunsthandwerk kaufen.

Da ich keine Fotos von den Sträflingen bei der Arbeit machen darf, füge ich den Dokumentationslink ein. Erst ein Video, danach die Zusammenfassung von Wikipedia.


Auf den Reisfeldern sind viele Gruppen an der Arbeit. Es sind alles braun gekleidete Männer.



Gemüse und Früchte werden angebaut.



Gewürz


Einige jäten den Strassenrand, andere erstellen ein Gebäude. Da war eine Gruppe Blauer mit einem Wächter am Werk, die Baustelle war umzäunt und mit Stacheldrahtrollen gesichert - no entry!
Im Dorf stehen verschiedene Verwaltungsgebäude, eine Kirche, ein Spital, Sportplätze und Bereiche mit no entry.





Habe mit dem Zoom zwei "eingefangen".




Vor einigen Häusern sitzen alte braune Häftlinge, die offenbaren beim grüssen ihr zahnloses Lächeln. Auch auf dem Gelände integriert sind die Balsahan Natural Pools. Die Strasse dahin besteht nur noch aus Schotter.


Ein Häftling kassiert 20 PHP Eintritt und man kann im gestauten kühlen Wasser eines "Bergbaches" baden. Gegen Entgelt können die philippinischen Sippen auch Picknick Häuschen mieten.



Ein paar Schritte folge ich dem Flusslauf und schon bin ich von Natur umgeben.








Ein bisschen Füsse im kühlen Nass schwadere...

Auf dem Rückweg höre ich plötzlich Schüsse, ich erschrecke wahnsinnig - kein Wunder auf diesem Gelände in einem fremden Land! Als ich um die Ecke komme, sehe ich ein Schild.


Wer da schiesst, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich verlasse das Gelände wieder und plaudere noch ein bisschen mit dem Wärter. Er will natürlich wissen, wie es bei uns in den Gefängnissen aussieht. Dabei kann ich leider gar nicht viel dazu sagen. Ich kenne nur das verschlossene Gefängnis in Thun und hab noch nie hinter die Gitter gucken können. Aber das Projekt hier scheint zu funktionieren!

Auf der Rückfahrt halte ich bei den rieseigen, Schatten spendenden Bäumen an.




Zum Sonnenuntergang will ich zum Fest, das im Princess Eulalia Park statt findet. Die Kathedrale befindet sich direkt daneben.


Auch hier ist tagsüber Plaza Cuartel zu besichtigen, eine Gedenkstätte aus dem 2. Weltkrieg, die an das Massaker an mehr als hundert amerikanischen Kriegsgefangenen erinnert, die  durch die Japaner unterirdisch verbrannt wurden.