Heute Morgen sind im Camp schon die Vorbereitungen im Gang für die Blutspendeaktion des roten Kreuzes.
Die Möbel aus unserem Wohnzimmer sind verschwunden, Krankenliegen stehen bereit, die Klimaanlage ist auf 19° gestellt... Das Blutspenden kann los gehen.
Ich bin froh, kann ich das Areal verlassen.
Es kommt mir schon komisch vor, dass mein Projekt schon fast zu Ende ist. Einerseits bin ich froh (Vor- und Nachbereitungen, Ramba-Zamba in der Schule) und gleichwohl wehmütig. Die Kids sind mir ans Herz gewachsen.
Wir starten mit dem gemeinsamen Tanz in den Tag.
...danach wird gespielt, unter anderem Hangman, das wir ja auch in der CH kannten - nur darf man das bei uns wohl nicht mehr spielen, diskriminiert die Männer...
Er will wissen, wie alt ich sei, darauf antwortet er, da sei ich ja schon ein Senior! Ich frage ihn, wie alt er sei (in Gedanken schätze ich ihn auf ein ähnliches Alter), aber er erklärt, er sei 45 Jahre alt...
Am Nachmittag unterrichte ich die ganze Klasse, das sind heute 22 Teenager. Erst ein Reading, danach machen wir die Gruppen Challenge.
Ich habe ein Spiel eingebaut, das ich mal an einem Kindergeburtstag gespielt habe: Aus einem WC Papierblatt eine möglichst lange Schlange reissen. Ich staune, wie die Teenager unterschiedliche Strategien entwickeln.
Danach gibt es noch Bescherung, ich habe jedem Cookies mitgebracht und schlussendlich sage ich tschüss. Als ich das Zimmer verlassen will, habe ich einen "Trübu" Kinder angehängt, sogar Buben drücken mich und sagen Salamat Po Teacher - thank you teacher. Ein Mädchen drückt mir einen Brief in die Hand. (Nebendran mein Namensschild, mit Klebeband "laminiert")
Hier die Abschrift:
To Teacher M.
Dear Teacher
Thank you
for being a wonderful teacher. Thank you for showing your dedication to us.
Thank you for teaching us. Because of you our knowledge become stronger and
smarter. Thank you for being a smart, intelligent and also a wonderful teacher
to us. Even though you are already a grandma 60 years old! You never top
teaching us everyday.
Mir gefällt die Ruhe und das Plaudern mit den übrig gebliebenen Kolleginnen - es ist weniger oberflächlich. Das 16-jährige Aussie - Barbie (die Angestellten haben sie so genannt, weil sie immer tapeziert ist, aufgeklebte Augenbrauchen und Fingernägel hat) und die bodenständige Quebec Veterinärin leisten mir Gesellschaft.
Noch einmal geniesse ich am nächsten Morgen den Sonnenaufgang.
Danach verlässt erst Barbie, später ich das Camp und Quebec ist übers Wochenende ganz alleine.
Der geteilte Van ist heute kaum belegt, wir fahren zu Dritt nach Puerto Princesa. Unterwegs hält uns ein Mann an, der den Ausweis des Fahrers kontrolliert. Ich schätze, dass sie eine Art Lizenz brauchen, um Leute zu chauffieren. Man beachte auch den wunderschönen gläsernen Schalthebel...
Wichtig ist die Beurteilung. Ich musste jede (!) Arbeit werten. Das wissen die Kinder und deshalb wollen sie auch alles korrekt machen, respektive schreiben eben ab, auch Fehler. Das konnte ich in der kurzen Zeit leider nicht ändern. Am Ende der Woche werden die besten, schnellsten... belohnt. Frust für die drei Kinder meiner Klasse, die keinen richtigen Satz auf Englisch sprechen und schon gar nicht komplexere Texte verstehen können. Frust.
Auf der gut 1.5h dauernden Fahrt lasse ich meine Gedanken laufen und blicke zurück auf das Projekt. Eindrücklich und unvergesslich sind meine Erfahrungen! Ich bin froh, habe ich das mal erleben dürfen.
Zu denken gibt mir der immense Zuckerkonsum der Kinder, das geht schon klar in Richtung Sucht. Die Karies wird ein grosses Problem.
Unterrichtsformen: Kooperativ kann nicht gearbeitet werden. Hier ist Frontalunterricht gang und gäbe. Vorsagen, nachplappern, die langsamer Denkenden bleiben irgendwo im Nirgendwo.
Mitten im Unterricht laufen Kinder davon, gehen was kaufen, haben grad keine Lust auf Lernen, gehen dem Kollegen vorsagen. Das ständige Rauschen der Fans hilft auch nicht gerade in Ruhe etwas erklären zu können.
Lernstrategien: Wichtig ist, dass man fertig ist. Lieber abschreiben oder sogar den anderen das eigene Blatt lösen lassen, als am nächsten Tag weiter zu arbeiten. Kaum stösst man auf ein Problem, wird grad gefragt oder abgeschrieben.
Der Stundenplan besteht nicht nur aus den beiden Blöcken, wie ich bisher erwartet habe. Das ist der Stundenplan der hiesigen Schule.
Was mich immer wieder erstaunt ist die respektvolle Art in der die Kinder mir begegnen. Da ist auch klar ein Unterschied erkennbar gegenüber den jungen Volunteers. Vorteile des Alters! Die Geste der jüngeren Generation beim Grüssen einer älteren Person: Der Blick wird gesenkt, die Hand der älteren Person wird zur Stirn geführt - das finde ich sehr schön.
Auch die Positivität der lokalen Bevölkerung ist einzigartig. Sie lächeln, auch wenn es ihnen wirtschaftlich nicht wirklich gut geht.
Alles in allem: So ein Einsatz ist jedem zu empfehlen!

























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