Was erwartet uns heute in der Schule? - Erraten: Eine verschlossene Tür. Auf dem Areal hat es jedoch viele Kinder unterwegs. Die Koordinatorin zieht los findet den Schlüssel und innert kürzester Zeit sind alle Plätze besetzt, ja es werden sogar noch Stühle ins Zimmer gebracht, auch von Müttern, die ihre Kinder bei uns platzieren.
Stufe heute: Kindergarten, 1. und 2. - Huch! Gar nicht meine Stufe und die andere Volunteer desgleichen, nur dass sie sich (in ihrem Alter von zarten 20) aus der Verantwortung zieht und sich lieber hinter ihrem Handy versteckt - fast den ganzen Tag. Generation Z lässt sich einmal mehr bestätigen - excüse an alle Gleichaltrigen, die nicht so sind!
Nun denn, erst ein Veränderungsspiel, danach kommen die Farbschachteln zum Zug. Grossen Dank an die Schule Wattenwil!!!
Aus einem Zimmer höre ich Marschmusik. Es sind die 2. KlässlerInnen, die erhalten vom Head Teacher alle ihre Resultate. Die Besten werden an der Graduation nochmals honoriert. Eltern, vor allem Mütter sind da und ein Vater fungiert als Soundverantwortlicher.
Und so sieht so ein Zertifikat aus. In der Mitte steht der Name.
Nach der Pause wollen sie nochmals das Leiterlispiel machen. Hier eine Gruppe der Kindergärteler, ein 4-Jähriges und eine 3-jährige Schwester. Die Regeln werden nicht sooo genau eingehalten...
Am Nachmittag spielen wir diverse Kleinspiele und neu "Hölzle", das wir in der Schweiz mit 3 Zündhölzchen pro Person spielen. Wir benutzen dazu kleine Steine.
Später kommt unsere Köchin voll bepackt mit Snacks (Pancit und ein Eierbrötchen mit Gabel) vorbei, als Dank, dass wir hier sein durften.
Mein Päckli packe ich ein, ich will es an den Beach nehmen und ..... (dazu später mehr).
Da kommt der Head Teacher auch zu uns und überreicht uns Erwachsenen ein Wertschätzungs- und Dankes Zertifikat!
Die LeserInnen merken, es tönt nach Abschluss, dabei wollte ich ja 4 Wochen unterrichten. Leider hat weder IVI (meine australische Vermittlungsorganisation) noch Green Lion (das asiatische Hilfswerk) "gewusst" wann die Ferien beginnen. Gemäss beider Organisationen hätte die Regierung den Ferienbeginn erst Anfang März kommuniziert.
Das Motto auf Reisen heisst "bleibe flexibel" und so werde ich am Sonntag zusammen mit Köchin und Koordinatorin die Zelte in Nacban abbrechen und die Tagesreise nach Aborlan ins grosse Green Lion Zentrum antreten. Dort wird es meine Aufgabe sein, den Kindern ein Ferienprogramm zu bieten. Ich erwarte, dass es ähnlich weiter geht wie diese Woche: Immer ein paar Ideen auf Lager haben!
Zurück ins Klassenzimmer. Heute wollen viele Kinder gar nicht nach Hause. I miss you, don't go... höre ich von einigen Kindern. Um 16:00 finde ich, jetzt müssen wir wirklich gehen.
Schnell lege ich noch einen Farbenspitzer mit ein paar Dankesworten in die Schublade des Tisches der Lehrperson. Den Spitzer habe ich heute Mittag nach langer Suche in einem Gemischtwarenladen gefunden für ganze 5 PHP (0.10 CHF).
Lehrpersonen und Kinder winken zum Abschied: Thank you Mam, good bye Mam - und die Galitang Elementary School ist Geschichte.
Ein paar Gedanken zu dieser ersten Woche: Bis jetzt bin ich auf Reisen stets als Touristin unterwegs gewesen. Im Verlaufe dieser Woche fühlte ich mich immer mehr auf der anderen Seite als Teil der lokalen Community. Man kennt mich, Kinder und Eltern grüssen Hi Mam, hello teacher Marian. Im Laden erhalte ich die gleichen Preise wie die Einheimischen...
Auf der anderen Seite sind die Touristen, sie werden hier respektvoll Foreigner genannt. Ein Grossteil der Foreigners unterwegs erscheinen mir in einer komplett anderen Welt, wie sie da auf ihren gemieteten Scootern in Badekleidern durchs Dorf rasen, in den Kleinbussen mit getönten Scheiben abgeschirmt herum chauffiert werden. Nur wenige sehe ich in einem lokalen Restaurant sitzen oder an einer Ladentheke einkaufen.
So, ab an den Beach mit meinem Kistchen Pancit. Gerne überlasse ich dies nämlich einem streunenden Hund. Er verschmäht zwar das Gemüse aber der Rest wird rübis und stübis weggeputzt.
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